Santa Maria del Sasso

Kirche Santa Maria del Sasso

Diese Kirche in renaissance-barockem Stil wurde in verschiedenen Etappen erbaut. Zwischen 1470 und 1478 wurde ein dreischiffiges romanisches Bauwerk erstellt mit den sechs charakteristischen Hauptpfeilern aus Ziegelsteinen.

 

Im Jahr 1581 wurde die San Carlo Seitenkapelle angebaut. Zehn Jahre später wurde mit der gegenüberliegenden Kreuzigungskapelle begonnen und von 1750 bis 1758 die Altarnische und die beiden Sakristeien dazugebaut.

Der kürzlich verfassten Diplomarbeit von Pierre Jaccard über die Gemälde aus dem 14. Jh., die das älteste, bisher bekannte Zeugnis darstellen, ist zu entnehmen, dass die Kirche gebaut wurde, weil mehr Platz benötigt wurde, um die wachsende Zahl an Gläubigen aufzunehmen, für die das Oratorium Sant‘Antonio Abate zu klein geworden war. Der örtlichen Überlieferung zufolge begannen die Bauarbeiten in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s auf dem höchsten freien Felsvorsprung des Hangs in der Nähe der Burg (Teucro Isella, 1957). Leider fand man jedoch die Steine, die man auf den Berg geschafft hatte, am nächsten Tag im Tal wieder, da die Burgherren keine Kirche so nah an ihrer Festung haben wollten. Der Bau wurde dann weiter nach unten verlegt, wo es einst eine der Santa Maria del Sasso geweihte Votivkapelle aus dem Jahr 1319 gegeben haben soll. Anderen Quellen zufolge könnte die Kirche noch älter sein und aus dem 13. Jh. Stammen (Gruber E., 1939). Die erste datierte Bauphase, die daher als eine Vergrösserung oder ein Umbau eines bereits bestehenden Sakralgebäudes zu werten ist, fand in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s statt, genauer gesagt zwischen 1462 (Inschrift hinter dem Hauptaltar) und 1478, der Zeit, in der die Paleari, eine Patrizierfamilie aus Morcote, Burgherren und Amtmänner waren. 1470 bis 1478 wurde die neue Kirche im romanischen Stil mit zwei Seitenschiffen errichtet, 1581 wurde die nach San Carlo benannte Kapelle hinzugefügt. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die grosse Kapelle Santissimo Sacramento (1591) und die beiden Sakristeien, die Apsis und der Hauptaltar (1750 bis 1758) gebaut. Gegenwärtig weist die Kirche den Grundriss eines lateinischen Kreuzes auf, besitzt drei Kirchenschiffe und fünf Altäre. Mehrere Mitglieder der Familie Fossati spielten eine entscheidende Rolle beim Bau der Kirche, die sich heute mit beeindruckenden Unterbauten mit grösseren und kleineren Spitzbögen präsentiert, was zugleich würdig und malerisch anmutet. Kunsthistorisch bedeutungsvoll ist der Kircheninnenraum, in dem die romanischen Terrakotta-Pfeiler des ursprünglichen Baus erhalten sind. Auf ihnen ruhen die grossen Bögen, die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennen. Das kleine Gewölbe am Ende des östlichen Seitenschiffs gilt als eine der schönsten, heute in der Lombardei zu sehenden Gewölbeausschmückungen des späten 15. Jh.s (1480–1490). Das Hauptschiff und das linke Kirchenschiff zieren auch Fresken der lombardischen Schule von Anfang des 16. Jh.s (1595 und 1614). Der Hauptaltar, eine hochwertige Barockarbeit, stammt von 1782. Für ihn wurde Marmor verarbeitet, der in den Werkstätten Viggiùs bearbeitet wurde. Der weisse Marmoraltar ist dagegen ein modernes Werk des Bildhauers Tiravanti.