Freitreppe

Mit ihren 404 Stufen gilt diese Freitreppe als eine der grossartigsten der Voralpenregion mit einem herrlichen Panoramablick. Die Treppe wurde in unterschiedlichen Epochen errichtet. Der wichtigste Teil, der von der einzigen Strasse, einem Saumpfad, zum gegenwärtigen Kirchplatz führt, wurde auf Wunsch von Davide Fossati in fünf Jahren, d. h. von 1727 bis 1732 gebaut.

 

Mit ihren 404 Stufen gilt diese Freitreppe als eine der grossartigsten der Voralpenregion mit einem herrlichen Panoramablick. Die Treppe wurde in unterschiedlichen Epochen errichtet. Der wichtigste Teil, der von der einzigen Strasse, einem Saumpfad, zum gegenwärtigen Kirchplatz führt, wurde auf Wunsch von Davide Fossati in fünf Jahren, d. h. von 1727 bis 1732 gebaut. Mit dem zweiten Abschnitt, der den ersten Teil der Treppe mit der Kantonsstrasse verbindet, beauftragte 1842 der Tessiner Politiker und Statistiker Stefano Franscini den Baumeister Giocomo Rossi. Es heisst, ein Gelübde, das er der Jungfrau Maria zum Dank für eine Genesung geleistet hatte, hätte Davide Fossati zu dieser bedeutenden Schenkung veranlasst. Fossati, der dank seiner Handelsgeschäfte mit der Türkei und dem Orient, die damals von Geschäftsleuten der Republik Venedig frequentiert waren, zu Reichtum und Einfluss kam, erkrankte schwer und flehte, dem Tode nah, um ein Wunder, das sich tatsächlich ereignete, sodass er gesund wurde und wieder seinen Geschäften nachgehen konnte. Sofort beauftragte er seinen Bruder Domenico Fossati, einen Ingenieur, das Projekt zu realisieren. Die Arbeiten wurden den Bauunternehmern Rossi und Isella anvertraut. An der Treppe befinden sich die Kapellen mit Mauerbildern, die in den 1940er-Jahren von Pietro Chiesa, Ponziano Togni und Felici Filippini angefertigt worden waren. Die Kapelle Santa Teresa enthält ein Fresko von Emilio Maccagni. Besonders interessant sind die zwei Gemälde Pietro Chiesas: Christi Geburt und Jesu Tempelgang. Die Treppe wurde gebaut und den Würdenträgern der Ortschaft geschenkt, geknüpft mit einem beträchtlichen Vermächtnis für deren Instandhaltung, wie der Inschrift am Fuss der Treppe zu entnehmen ist. Die schönsten Steine wurden aus riesigen Findlingen in der Arbostora-Ebene gewonnen, von fünfzehn Steinmetzen aus Viggiù bearbeitet, auf Booten transportiert und von Handwerkern aus Morcote zur Baustelle befördert. Heute besitzt die Treppe 313 Stufen im Fossati-Abschnitt und 91 im Rossi-Abschnitt. Alle Stufen sind 31 cm hoch und 2 m breit. Rechts und links säumen Blumen, mediterrane Sträucher und Zypressenreihen die Treppe, und auf ihrem letzten Absatz vor dem Kirchplatz entfaltet sich das Panorama in seiner ganzen Pracht.